Interview

Veröffentlichung in
"bomivision, Winter / Frühjahr 2001"
(Zeitschrift der Bochumer Marketing Initiative e.V.)


Unternehmensberatung für die kleinste Wirtschaftseinheit

Ein vieldiskutiertes Thema in den Nachrichten sind die Rentenreform-modelle. Die staatliche Rente ist eine Altersvorsorge, die auf dem Generationenvertrag beruht. Die Älteren erhalten jetzt ihre Rente von den jungen Arbeitnehmern. Wie jedoch die Realisierung dieses Vertrages in der Zukunft aussehen wird, wenn die jetzigen Arbeitnehmer selber ins Rentenalter kommen, ist ungewiss.


Aufgrund der Veränderung innerhalb der gesellschaftlichen Altersstruktur, d.h. der relativen Zunahme von älteren Menschen im Verhältnis zu jungen, ist es nicht mehr möglich, dass mehrere Arbeitnehmer mit ihren Zahlungen in die „Rentenkasse“ einen Rentner finanzieren, vielmehr wird sich in absehbarer Zukunft die Relation umkehren. Fraglich ist jedoch, wie die heutige Generation ihren Lebensabend so absichern kann, dass sie ihn mit dem Lebensstandard, den sie gewohnt ist, genießen kann. Dazu gibt es unterschiedliche Ansätze von Kapitalanlage und -aufbau. Eine renditefreudige, aber risikohaltige Möglichkeit ist, Aktien am Neuen Markt zu erwerben. Dagegen wäre es eine sicherere Alternative fest anzulegen, was aber weniger Zinsen bringen würde. Beide Möglichkeiten sind unter Umständen ineffizient. Welche effizienteren Möglichkeiten gibt es, eine sichere Altersvorsorge, eine renditefreudige Kapitalanlage und eine Absicherung zu bilden?

Zu diesem Thema interviewte ich Rainer D. Kettenring, Gründer eines bekannten Finanzdienstleistungsunternehmens, der mir aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen einige Fragen beantworten konnte.

Herr Kettenring, erklären Sie mir als Laien bitte, wie ich eine geeignete Altersvorsorge bilde.

Eine private Altersvorsorge sollte man nicht nur durch spekulative Anlagen aufbauen, sondern sein Geld immer streuen. Wenn Sie beispielsweise mit 22 Jahren die Idee haben, Sie müssen zum 65. Lebensjahr eine bestimmte Summe X haben, dann ist nicht die Frage angebracht, wie viel Sie gerne haben möchten, sondern, wie viel Sie heute zur Verfügung haben. Haben Sie zum Beispiel 200 DM monatlich zur Verfügung, wäre es unvernünftig zu sagen, ich spekuliere mit 200 DM. Sie sollten dann hingehen und sagen, ich lege einen Teil in ziemlich sichere Anlagen an, beispielsweise in eine Rentenversicherung. Auch zur sicheren Seite gehören Renten und Wertpapiere, die ebenfalls eine langfristige Sicherheit bieten. Spekulieren sollten Sie nur mit dem Geld, dass Sie über ihre Mindestversorgung hinaus ausgeben können, das Sie also übrig haben.

Wenn es nichts ausmacht, 5000 DM zu verlieren, ist es o.k. Wenn Sie aber darauf angewiesen sind, keine 5000 DM zu verlieren, würde ich mein Geld nicht in Neue Märkte stecken.

Aktien oder Aktienfonds?

Von beiden halte ich generell sehr viel. Aber, wenn Sie Ihr Geld in Aktien stecken, dann bitte nicht so, dass Sie es in vier Wochen brauchen. Kaufen Sie Aktien, legen Sie sie in die Schublade, nehmen Sie sich Zeit und schlafen Sie. Wenn Sie ganz lange geschlafen haben, werden Sie ganz viel Geld haben.

Sie haben gerade gesagt, wenn ich 200 DM zur Verfügung hätte, sollte ich erstmal sichere Anlagen bilden. Eigentlich geht man als junger Mensch davon aus, dass die Rente noch weit entfernt ist, deswegen investieren die meisten natürlich ihr Geld in Aktien. Was meinen sie dazu?

Möglicherweise haben Sie noch eine Oma. Fragen Sie doch einfach mal: „Oma, warum brauchst Du kein Geld mehr?“ und sie wird sagen: „Mein Kind, wie kommst Du darauf, ich brauche heute mehr als früher. Ich habe jeden Tag 10 bis 12 Stunden mehr Zeit als früher, um Geld auszugeben. Ich habe Zeit, um in Urlaub zu fahren, ich kann jetzt all die Dinge tun, die ich früher während der Arbeitszeit nicht tun konnte. Ich habe jeden Tag Zeit. Aber was ich nicht habe, ist Geld.“

Also sind Sie der Meinung, dass man schon relativ früh anfangen sollte, Altersvorsorge zu treffen?

Je eher, desto besser. Wenn Sie heute mit 20 Jahren beginnen, mit 100 DM monatlich eine Altersversorgung aufzubauen, haben Sie mit 65 Jahren mehr Geld als wenn Sie erst mit 30 Jahren anfangen 200 DM anzulegen.

Sie haben gesagt, dass man einen Teil sicher in Rentenfonds, Wertpapiere usw. anlegen sollte. Bei welchen Versicherungen oder Banken wäre man denn gut aufgehoben?

Sie sind im Prinzip bei jeder deutschen Versicherung gut aufgehoben, weil sie alle nach bestimmten gesetzlichen Grundlagen arbeiten. Nun kann man nicht immer unbedingt sagen, dass man Versicherungen miteinander vergleichen kann oder sich selbst ein Urteil darüber bilden. Es gibt teure Versicherungen und es gibt preiswerte Versicherungen. Ich habe mir einige Gesellschaften ausgesucht, mit denen ich zusammen arbeite, aber nicht mit jedem Tarif. Beispielsweise arbeite ich im Bereich der Unfallversicherung mit einer ganz anderen Gesellschaft zusammen als im Bereich der Altersvorsorge. Warum? Weil die eine in dem Bereich günstiger ist und die andere in dem anderen Bereich. Manche nutzen einzelne Produkte auch als Lockmittel und sagen, dass sie günstiger seien, als alle anderen. Dies stimmt so natürlich nicht – letztendlich kochen alle mit Wasser.

Wie kann ich mir konkret ein Beratungsgespräch bei Ihnen vorstellen?

In der Regel kommen unsere Mandanten aufgrund einer Empfehlung zu uns. Hier gibt es die unterschiedlichsten Anfragen: Es gibt solche Fragen wie „Was kostet eine Lebensversicherung?“ Das ist wie die Frage: „Was kostet ein Haus?“ Unser Gespräch sieht dann wie folgt aus: Zuerst erklären wir dem Mandanten vorsichtig, dass es nicht unsere Aufgabe ist, ihm ein Produkt anzubieten, welches er dann in seinen Lebensplan einbaut, sondern wir fragen ihn einfach, wie viel Architekten er beauftragen würde, wenn er ein Haus bauen würde. Die Frage verwundert ihn, er sagt in der Regel: „Einen“. Bravo. Wären Sie bereit, sechs verschiedene Architekten zu beauftragen, von denen keiner weiß, was der andere plant? Und Sie versuchen dann, die Teile zusammenzufügen? Die Antwort lautet „Das würde ich nicht tun“, worauf ich erwidere, dass er dies schon getan hat. Sie haben irgendwo einen Sparplan bei der Bank, eine Lebensversicherung, Unfallversicherung, einen Bausparvertrag, vielleicht haben Sie sonst irgendwo Geld auf dem Sparbuch. Welcher dieser Berater, bei dem Sie waren, um den Vertrag abzuschließen, hat Sie nach Ihren Wünschen oder Plänen, bezogen auf Ihren Lebensstandard gefragt? Keiner. Ich würde es tun. Dies geht natürlich in einem persönlichen Gespräch viel besser als am Telefon, wir setzen uns dann in der Regel zusammen und erklären dem Kunden, was wir tun und warum.

Er hat möglicherweise Produkte, die sehr gut sind, sie passen nur vielleicht nicht in sein Konzept. Vielleicht hat er den Traum, in 10 Jahren zu bauen und er hat einen Bausparvertrag und eine Lebensversicherung abgeschlossen. Er wird sein Ziel aber nicht erreichen. Er kann das mangelnde Wissen über die Integration von Produkt und Idee nur kompensieren, wenn er soviel Geld hat, dass es ihm im Prinzip nicht wichtig ist. Aber dann ist das Konzept nicht mehr effizient. Uns interessiert es nicht, ob er hoch versichert ist, sondern ob er an der richtigen Stelle versichert ist. Es ist doch ineffizient, wenn ein Junggeselle 200.000 DM Hinterbliebenenversorgung abgeschlossen hat, er aber keine Kinder hat. Den Einzigen, den das interessiert hat, war der Versicherungsvertreter. Das kann doch nicht Sinn der Sache sein. Und wenn er dann zu seiner Bank geht und sagt, ich möchte 50.000 DM anlegen oder vielleicht auch nur 5.000 DM, wird der Berater sich keine 5 Minuten Zeit nehmen, zu fragen wofür. Unsere Arbeitsweise ist eine andere. Ich bin nicht bereit, ohne eine Rundum-Analyse, ohne eine Bestandsaufnahme seiner tatsächlichen Situation, ohne seine Wünsche und Ziele zu kennen, eine Beratung vorzunehmen. Warum nicht? Der Mandant würde dann hinterher sagen, die machen auch nichts anderes als alle anderen. Es hilft mir nicht, wenn jemand sagt „Na ja, ich war bei der LS-VG und die haben mir auch nur eine Versicherung verkauft.“ Natürlich verkaufen wir auch eine Versicherung, aber eben nur die, die angebracht ist, nicht höher als notwendig, aber so hoch wie erforderlich.

Und wie kann man einen ersten Eindruck über Ihre Beratung gewinnen?

Sie können ein Gespräch mit einem Lebensstandard-Fachberater führen. Oder Sie können im Internet unter www.LS-VG.de vorbeischauen. Sie können natürlich auch einfach anrufen, eine Vorab-Information tut sicherlich gut.



Wer näheres über das Unternehmen erfahren möchte,
kann sich auf der Homepage (www.LS-VG.de) informieren oder
unter (02233) 100120 anrufen.



Die Autorin:

Sandra Rudolph
studiert Kommunikationswissenschaften
mit den Schwerpunkten
Unternehmenskommunikation,-inszenierung
und Marktforschung